Therapeutisches Reiten

Klaus Pavel: Helfen ist selbstverständlich
CHIO Aachen: Aktion "Glücks-Bringer" unterstützt das Therapeutische Reiten

Beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, ist jedes Jahr mehr als nur die internationale Elite des Pferdesports am Start: Der Aachen-Laurensberger Rennverein e.V. (ALRV) lädt auch immer wieder Vertreter des Therapeutischen Reitens und des Behindertensports auf sein Turniergelände ein, um diesen Therapieformen eine Plattform zu bieten - vor Journalisten und Besuchern aus aller Welt. Auch 2010 werden beim CHIO zahlreiche Benefiz-Aktionen unter dem Motto "Glücks-Bringer" organisiert. Eine Kooperation von ALRV, dem Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten (DKThR) und dem Kinder-Unterstützungs-Fonds (KUF) des DKThR. "Für uns ist es selbstverständlich, dass wir helfen, wo wir nur können", sagt ALRV-Präsident Klaus Pavel. "Das Therapeutische Reiten und der Behindertensport liegen uns seit Jahren am Herzen." Beim Therapeutischen Reiten wird die lindernde, heilende und vorbeugende Wirkung des Pferdes auf den Menschen genutzt: Ob bei Problemen mit der Motorik und der Wahrnehmung, bei Kommunikations- oder Kontaktschwierigkeiten, bei Depressionen oder einer Behinderung.

"Es ist ein Wunder: Das Pferd weiß nicht nur, wie es eine Behinderung ausgleicht. Man spürt: Das Pferd möchte es auch unbedingt." Hannelore Brenner war Weltmeisterin, mehrfache Europameisterin und ist amtierende Deutsche Meisterin. In der Dressur, im Behindertensport. Ein Sturz vom Pferd zerstörte vor Jahren einen Lendenwirbel, Krücken sind seither ihre ständigen Begleiter. "Aber ich habe noch einmal Glück gehabt. Ich hätte komplett querschnittsgelähmt oder sogar tot sein können." Durch ihr Pferd fand sie zurück in den Sport, wechselte von der Vielseitigkeit in die Dressur. Und gewann Titel um Titel - auch wenn "ich im unteren Bereich des Körpers praktisch keine Muskulatur mehr aufbauen kann".

Woran es beim Therapeutischen Reiten und im Behindertensport besonders mangelt, ist das Geld. So werden beim CHIO Aachen natürlich auch Spenden gesammelt - beim traditionellen Gottesdienst und überall auf dem Turniergelände. Mehrere zehntausend Euro kamen so schon bei der Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren zusammen - allein bei der Charity-Aktion während der Reit-WM Aachen 2006 weitere 80.000 Euro. Regelmäßig können die Besucher des Soerser Sonntags außerdem auf dem Abreiteplatz Springen ein abwechslungsreiches Schauprogramm von Aachener Therapiehöfen erleben. Während der gesamten Turnierwoche informiert das DKThR auch traditionenell an einem Stand über die Hintergründe des Therapeutischen Reitens und des Behinderten-Reitsports.

Die DKThR-Vorsitzende Cornelia von Rüxleben-Plöger freut sich über die Unterstützung des ALRV: "Der CHIO Aachen ist für Menschen mit einem Handicap eine Wahnsinns-Plattform. Hier können sie zeigen, was alles in ihnen steckt."

Auch abseits des CHIO setzt sich der ALRV für das Therapeutische Reiten ein: "Sei es, dass wir einer Therapiegruppe einmal ein Pony kaufen oder eine Einrichtung - wie beim Aachener Kohlshof geschehen - beim Bau einer Reithalle unterstützen", erklärt Klaus Pavel. "Wir wollen einfach denjenigen helfen, die bislang nicht so viel Glück in ihrem Leben hatten."


Mehr zum Therapeutischen Reiten:

Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten